Atrophy

Lachen

Posted in der Kulturteil, Gedanken, Weltreise. by mrsbutter on Dezember 5, 2011

Das größte Problem ist eigentlich das Denken. Mill hat gesagt, der Mensch wäre lieber unzufrieden, als ein zufriedengestelltes Schwein. Ja, er hat recht. Die Literatur, die Musik, all’ diese höheren Künste wären verloren, unerreichbar, wenn ich den Intellekt eines Schweines hätte. Aber alles hat seinen Preis. Mein Kopf hämmert.Irgendwas hämmert gegen meinen Schädel. Ich rede und rede, um bloß nicht zu denken. Mein größter Wunsch ist Gedankenverlorenheit. Mein größter Wunsch ist Tanzen, ohne zu denken. Sehen, ohne zu urteilen. Beobachten, ohne zu entscheiden. Ich will einfach nur denken, ohne zu denken. Ich will Freiheit in mir selbst, ich will das mein Kopf nicht mehr flackert, meine Augen nicht mehr drücken, ich will, dass Gedanken frei sind, ohne wie ein Bumerang zurückzuschlagen, wenn sie zu weit hinausflogen. Ich will ein Kind sein, aber ein fremdes. Ich will nicht so viel denken, wie ich als Kind gedacht hab. Als wär mein erstes Wort nur ein Gedanke gewesen. Als wäre ich immer nur ein Gedanke gewesen. Immer wieder wird gedacht und die Angst vor dem Ich-Wort vergeht in dieser Ansammlung von selbstmitleidigen Wünschen. Wer will das schon? Ich will das schon. Ich will. Freiheit. Wenn die Seele gegen den Körper hämmert, wütend und atemlos, raus will und frei sein will, und gleichzeitig die einzige logische Konsequenz wäre, sich unter der Decke zu verkriechen, dann fühl ich mich hoffnungslos. Hoffnungslos und selbstmitleidig. Ich suhle mich in meinem Schmerz und blühe auf in meinem Selbsthass, verderbe mich damit selbst von innen und es entsteht nichts weiter als ein schwarzes Loch, dass nicht nur aufsaugt, nein, es ist geschickter – es saugt langsam alles auf und auf dem Weg zu sich lässt es mein Inneres brennen und modern, schmerzen und reißen. Das einzige, was ich mir wünsche, ist nichts weiter, als einmal zu schlafen, ohne dabei nicht zu schlafen. Einmal zu atmen, ohne zu denken, dass ich atme. Einfach mal lastenlos sein und im Spiegel keinen Vorwurf sehen, sondern mich; nicht dabei, wie ich meinem Verstand ein Lächeln vortäusche, sondern mich, lachend.

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Eine Antwort

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  1. Marcel said, on Dezember 6, 2011 at 14:22

    ENDLICH! Großartig! Du schreibst mir Worte von der Zunge!


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